rt-go: Sa 01.10.2011

Meraner Land

Ende Oktober 2010 waren wir in Südtirol im Pustertal.
Das hatte uns sehr gut gefallen.
Als wir nun wieder einen kleinen Urlaub machen wollten,
beschlossen wir, nicht in die Ferne zu fliegen,
sondern wieder nach Südtirol zu fahren.


Größere Kartenansicht

Unser Ziel, das wir im Internet gefunden und gebucht hatten,
war ein Appartement in der Residence Reinstaller im Dorf Tirol bei Meran.

Leider mussten wir am Samstag dem 01.10. fahren, als es bei uns Herbstferien
gab und, dank Nationalfeiertag am Montag, ein langes Wochenende bevor stand.
Das soll uns eine Lehre sein.

Kurz nach 8 Uhr holen wir uns in der Bäckerei noch etwas Reisefutter.
Um 8 Uhr 20 sind wir auf Tour.
Die Fahrt beginnt sehr bequem und gemütlich, weil wir erst auf der A61
in Richtung Süden fahren und dann auf der A65 durch die Südpfalz.
Diese Route ist erfahrungsgemäß die beste.
Bei Karlsruhe ist zwar reger Verkehr, aber es gibt noch keine Probleme.
Dann brennt bei Pforzheim ein Autotransporter ab und die A8 wird komplett gesperrt.
Leider habe ich die Mitteilung im Radio nur unvollständig mit bekommen
und konnte deshalb nicht mehr rechtzeitig auf die A5 Richtung Basel wechseln.

Weil auch von der weiteren Strecke, Stuttgart, Ulm und Kempten,
weitere erhebliche Staus gemeldet wurden,
beschließen wir, unsere Route zu ändern.
Eine große Auswahl haben wir aber nicht.
Denn an der nächsten Ausfahrt bei Karlsbad werden zwangsweise
alle drei Autobahnspuren auf eine normale Landstraße geschickt.

Die Folgen kann man sich leicht vorstellen.
Deshalb fahren wir gleich bei der nächsten Abzweigung aus der Schlange heraus.
Nur weg von dem Chaos!

Weil uns das Navi immer wieder dort hin leiten will,
wo es nach unseren Informationen gar nicht gut aus sieht,
ändern wir mehrfach Ziel und Zwischenziele.
So gelangen wir schließlich auf die A81 und kommen
unfreiwillig bei Singen an den Bodensee.
Wegen unserer mitgeführten Verpflegungs-Vorräte
wollten wir nicht durch die Schweiz bzw. durch die Schweizer Grenzkontrollen.
Also waren wir gezwungen, erst mal Richtung Lindau bzw. Osten
am Bodensee entlang zu fahren.
Einen weiteren Umweg über Innsbruck wollten wir uns dann aber ersparen
und löschten alle Zwischenziele, damit uns das Navi
nun auf dem schnellsten Weg nach Meran bringen konnte.

An der Grenze haben wir dann erst mal (unvermeidlich)
7,90 € für die österreichische 10-Tages-Vignette bezahlt.

Auf der Arlberg-Autobahn ging es nun nach Osten,
was uns weitere 8,50 € Maut extra gekostet hat.

Und dann hat uns das Navi auf dem kürzesten Weg
über das 2509m hohe Timmelsjoch geführt.

Das war dann etwas ärgerlich.

Aber nicht weil die Durchfahrt um 20 Uhr geschlossen wird.
Wir waren etwa um 19 Uhr 15 oben.
Sondern weil wir dort weitere 14 € Maut bezahlen durften.
Da kommt man sich vor, als wäre man an der Melkmaschine angeschlossen.

 

Weil es im Oktober in den Bergen schon früh dunkel wird,
durften wir nun auf der italienischen Seite im Dunkeln runter fahren.
Und das auf einem kurvenreichen engen Sträßchen,
das nur für Motorräder und PKW, aber ohne Anhänger, frei gegeben ist.

Dabei wird man ständig von rasenden Italienern verfolgt,
die im Abstand von 5 bis maximal 10 Metern hinterher fahren
und so verhindern wollen, dass man auf die abwegige Idee käme,
bergab die Bremse zu benutzen.

Weil die Straße zu schmal ist, können sie natürlich nicht überholen,
obwohl sie dauernd dazu ansetzen.

Weil es aber auch Gegenverkehr geben kann,
gibt es gelegentlich Ausweichplätze.
Dort tut man sich selbst einen Gefallen
und macht Platz, damit die Idioten vorbei können.
Aber:
Bloß nicht schon vorher blinken!

Im Nachhinein konnte ich dann fest stellen, dass beide alternative Strecken
sicher billiger und auf jeden Fall schneller gewesen wären.
Die Strecke über Innsbruck ist weiter, führt aber über die Brennerautobahn.
Die Strecke über Landeck und Nauders durch den Vinschgau
ist auch etwas länger, aber nach meinen Erfahrungen einfach und flott zu befahren.

An unserem Zielort Dorf Tirol bei Meran hatten wir dann
nur noch das Problem, unsere Bleibe zu finden.

Eine Wegweisung ist zwar vorhanden, aber unzureichend.
Einen genauen Anfahrtsplan gibt es leider auch nicht.
Und das Navi hat uns zu einer falschen Adresse geführt.
Aber die Leute hier sind an ortsunkundige Touristen gewöhnt
und sowieso freundlich und hilfsbereit.
Ein Gastwirt hat mir deshalb einen Ortsplan gegeben
und den Weg erklärt.
Damit haben wir dann immerhin bis in die Nähe gefunden
und sind zu einem anderen Gästehaus in die Sackgasse gefahren.
Aber dort hat uns der Chef beim Wendemanöver im Dunkeln geholfen
und den restlichen Weg von 100 m um zwei Ecken erklärt.
So sind wir dann nur 13 Stunden nach der Abfahrt
glücklich am Ziel eingetroffen,

Ein Problem hier sind die Straßen.
Es sind eigentlich nur asphaltierte Feldwege,
die einspurig dem hängigen Gelände folgend,
rauf und runter, kreuz und quer und sehr kurvenreich
durch die Obstgärten führen.
Sie sind eng und unübersichtlich und,
erst recht in der Dunkelheit,
nur schwer zu befahren.

Wegen der katastrophalen Verkehrsverhältnisse waren wir gezwungen,
eine völlig  andere  als die  geplante  Route zu wählen und ständig neu anzupassen.

Aber wir haben es geschafft:
670 statt 600 km in 13 Stunden.
Boh, äh!

 zurück  Index 2011

Dorf Tirol + Hochmuth 

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

zur Homepage / Neustart:
rt-go-Homepage