|
Nach dem “Griff ins Klo” (s. dort) war klar,
dass
mit der Shimano 8-Gang Nabe nichts zu machen ist.
Die im wahrsten Sinne
atemberaubende
minimale Entfaltung von 2,40 m
bleibt zumindest vorerst so atemberaubend wie sie ist.

Unser 2. Lepus, das mit der Rohloff-Nabe,
hat ab Werk eine Entfaltung von 1,53 m bis 8,04 m.
Mit 8 Meter pro Kurbeldrehung ist es auch eher für Rennen geeignet.
Aber, wer kommt schon auf die absurde Idee,
einen dreibeinigen Hasen ins Rennen zu schicken.

Wo doch seit diesen grimmigen Brüdern jeder genau weiß,
dass immer der Igel gewinnt.


Für Steigungen sind die 1,53 m pro Kurbeldrehung auch viel zu viel.
Deshalb wollte ich den Entfaltungsbereich
in Richtung 1 bis 6 m verschieben.
Rein rechnerisch ist das kein Problem.
| Kurbel |
Rohloff-Nabe |
H-Rad |
Entfaltung (m) |
Kurbel |
Tempo (km/h) |
| KB |
ein |
aus |
Ritzel |
max |
min |
UpM |
max |
min |
| 52 |
21 |
26 |
18 |
8,04 |
1,53 |
80 |
38,6 |
7,3 |
| 52 |
21 |
26 |
24 |
6,03 |
1,15 |
80 |
29,0 |
5,5 |
Wie die Tabelle zeigt,
würde das Tempo bei 80 UpM von 38 auf 29 km/h sinken.
Aber die 38 km/h bin ich sowieso noch nie im großen Gang gefahren.
Und bergab bremse ich zur Sicherheit meist schon ab 30 km/h.
(Leider sind ja oft auch ganz ganz andere Leute unterwegs.)
Wenn's dann leichter geht,
sind im großen Gang vielleicht sogar mal die 29 km/h drin.
Und bei 100 UpM wären sogar 36 km/h möglich.
Aber wozu?

Wie die Tabelle auch zeigt,
wäre dazu nur ein Wechsel des Ritzels erforderlich.
und das sollte ja wirklich kein Problem sein.
Aber da hat Hase “vorgesorgt”.

Das größere Ritzel (r+12 mm) passt zwar auf die Welle und
auch die Rohloff-Nabe lässt dafür noch genug Platz.
Aber die Universalkupplung wäre blockiert.
Eine wahre Glanzleistung des Konstrukteurs.

Um dieses Problem zu lösen, bleibt also nur der Verzicht
auf die Universalkupplung und den Tandembetrieb,
oder deren
Montage an einer Hilfskonstruktion.
Genauer: an einer anderen Hilfskonstruktion,
die dem Ritzel den erforderlichen Platz lässt.
Wie hätte man so was vorher ahnen können?


Die original Montageplatten lassen diesen Platz nicht.
Zu meinem großen Glück habe und kenne ich einen sehr
fähigen und hilfsbereiten Schlossermeister in der Nähe.


Der hat mir nach meinen Angaben aus Edelstahl
dieses “Dreibein” angefertigt
und ans Lepus geschweißt.

Die Konstruktion aus 20x6 mm Edelstahl
ist mindestens so stabil wie sie aus sieht.
Trotzdem hat sich das Gewicht nur um läppische 260 Gramm erhöht.

Selbstverständlich musste meine Rad-Werkstatt dazu vorher
die Schaltung und die Hinterräder samt Wellen
ausbauen.

Und natürlich musste hinterher alles wieder eingebaut werden.
Und natürlich hat das auch etwas Zeit und Geld gekostet.
Und natürlich wäre das alles vermeidbar gewesen.

Jedenfalls, wenn man bei Hase gleich eine vernünftige
Anhängekupplung konstruiert hätte.
Aber, ...
... es geht ja auch anders.
Wenn auch nicht ganz so einfach
wie man sich das vielleicht denkt
und selbstverständlich wünscht.
Was rein rechnerisch möglich wäre,
funktioniert noch lange nicht in der Praxis.

Damit es funktioniert, kam nur ein 24er Ritzel in Frage.
Denn nur dessen Umfang ist genau um ein Zoll größer.
Und deshalb wird die Kette genau um ein Doppelglied länger.
So passt alles zusammen und in den vorhandenen Raum.
Selbstverständlich hätte man das Dreibein
auch etwas kleiner machen können.
Aber, wozu der Geiz?
Fazit
Die Entfaltung ist jetzt auf 75% gesunken und deshalb sehr viel bergtauglicher, kniefreundlicher
und bequemer.
Wenn ich früher 15% Steigung geschafft habe,
schaffe ich nun mit der gleichen Anstrengung 20%.
Oder ich fahre die 15% eben sehr viel leichter hoch.
Was ich oben raus an Entfaltung “verloren” habe,
fehlt mir überhaupt nicht.

Und, kleiner Nebeneffekt,
weil die Anhängekupplung jetzt weiter hinten sitzt,
ist
der Wendekreis beim Gespann deutlich kleiner geworden.
Ich habe folglich nur gewonnen.

Nachtrag
07.04.2009
-
Selbstverständlich sind alle Steigungen immer noch genau so steil wie vorher und
nicht unbedingt ein Grund zum Frohlocken.
-
Aber, weil ich da jetzt wesentlich bequemer (mit 75% Leistung) hoch komme, sind sie
natürlich entsprechend weniger abschreckend.
-
Mein Aktionsradius hat sich dadurch erheblich erweitert.
-
Während ich früher auf ebener Asphaltstrecke überwiegend im 10.Gang gefahren bin,
fahre ich jetzt im 12.Gang. Die Tabelle zeigt, dass dabei die Entfaltung in etwa die gleiche wie
zuvor ist.
-
In der Ebene hat sich also praktisch nichts geändert.
-
Bei leichtem Gefälle kommt jetzt oft auch der 14.Gang zum Einsatz, der
früher eher überflüssig war.
-
Jetzt erreiche ich bei 83 UpM 30 km/h. Das ist mehr als genug und für eine wirklich
genussvolle Fahrt schon zu schnell.

Siehe auch:
Mein “Mountaintrike” am Hausberg (2)

|