rt-go: 2007-08-19

Mit Mühe durch die Eifel

Ochtendung <-> Mayen

~40 Km  ~378 Hm

Die Route kann man als
Ochtendung-Mayen.gpx + ochtendung-mayen.kml
herunter laden

und bei ansehen.

Meiner eigenen Empfehlung folgend
(siehe: Ohne Mühe durch die Eifel)
 sind wir am Sonntag Morgen nach Ochtendung gefahren,
 um die Strecke, die ich zuletzt und zum zweiten Mal 2002
 mit einem “Upright” gefahren war,
 nun mit unserem Trike-Tandem zu erfahren.

Die Strecke ist natürlich die gleiche geblieben,
 aber in fünf Jahren ändert sich schon Einiges.
 Und die Erfahrungen, die man mit einem “normalen” Zweirad macht und die einem in Erinnerung bleiben,
unterscheiden sich doch von dem,
 was man mit einem Trike-Tandem erlebt.

Aber dazu später mehr...

Noch vor dem Start durfte ich einen Transportschaden beheben. Die Kette hatte sich vom Spanner getrennt und die Feder ausgehängt. Also packte ich meine Plastikhandschuhe aus, um alles zu richten und trotzdem saubere Finger zu behalten. So eine Feder muss ja gespannt und die Kette aufgelegt werden. Ergebnis: alles ist gerichtet, aber die Finger sind dreckig, weil die dünnen Plastikhandschuhe nichts aus halten. In Zukunft nehme ich also besser richtige Gummihandschuhe mit.

Erste auffallende Veränderung: Der Zug ist weg.
 Dort wo er stand ist jetzt Rasen
 und davor sind ordentlich angelegte Parkplätze,
 die auch reichlich genutzt werden.
Vor allem von Fahrzeugen mit Fahrradträgern.

Jetzt kann's aber gleich los gehen.

Den Auftakt bildet eine Zugangssperre,
 die schlimmer aus sieht als sie ist,
 wir konnten tatsächlich mit unserem Lindwurm durch fahren.
 Wir mussten nur rechts etwas den Hang mit benutzen.

Die Eifel bietet den erwarteten Anblick: Hügel und Berge.
 Und die Hügel muss man auch tatsächlich überwinden.
 Die ganze Strecke geht fast nie waagrecht,
 sondern ständig leicht rauf oder runter.

Was mir nicht in Erinnerung war, sind sie zahlreichen Verbauungen.
Vielleicht sind sie auch erst neu errichtet.

Alle sind so breit angelegt, dass man kaum durch kommt.
 Und weil das so ist, hat man fast überall
 den Weg davor und dahinter verbreitern müssen.

Da haben hochkarätige Denker
 mit geballter Geisteskraft
unerbittlich zu geschlagen.

Sonntags ist bei so schönem Wetter viel Volk unterwegs.
 Und die meisten Leute sind auch ausgesprochen freundlich,
 lachen und wünschen einen guten Tag.
 Die meisten. - Aber nicht alle.

Da war auch eine verbiesterte Kneifzange dabei,
 die uns Schlimmes angedroht hat für den Fall,
 dass wir sie an der nächsten Schikane wieder behindern sollten.

(Dabei hatten wir sie überhaupt nicht behindert.
Die war sich nur selbst im Weg.)

Ich habe gelacht und
 meine Frau hat ihr einen schönen Sonntag gewünscht.
 Uns tat der Mann Leid,
 der diese Giftspritze die ganze Zeit ertragen musste.
Hätte er doch wenigstens einen Integralhelm aufgesetzt! ...
Der Schützt auch die Ohren.

Bei dieser Schikane wurde der Weg nicht verbreitert.

Aber dank der bei Trockenheit gut befahrbaren Wiese
 kommt man durch.
 Die verfüllten Löcher zeigen,
 dass die Gitter früher viel enger standen.
 - Na bitte! -
Da tut sich doch was.
Geist schafft sich Raum.

Am Bahnhof von Polch ist man für den großen Ansturm gerüstet.

Um elf Uhr ist aber noch reichlich Platz. Da können wir in aller Ruhe unser Radler trinken und vor dem großen Andrang weiter fahren.

Da drängeln doch schon wieder welche durch die Drängelgitter und sind so mit diesem Problem beschäftigt,
dass sie gar keinen Blick für die Straße haben.

Dabei geht es doch so schön und ganz ohne Gedrängel,
 wenn man die bescheuerten Drängelgitter einfach weg lässt.

Solche Stellen haben wir auch zahlreich gesehen.
 An einer kam sogar mal ein PKW.
 Wir haben natürlich angehalten, um ihn durch zu lassen.
 Aber der Fahrer hat ebenfalls gehalten
und uns zuerst durch gelassen.

So oder so wäre es kein Problem gewesen.

In den beiden Tunneln hat sich was getan.
Das Licht ist deutlich heller geworden.

Jetzt kann man sogar Radler erkennen, die ohne Licht fahren.
 Der Blitz der Kamera lässt hier die Reflektoren
 des vorderen Radlers aufleuchten,
 den man in der Bewegung aber auch so wahr nehmen kann.
 Hinten kommt einer von weitem sichtbar mit Licht.

Hier freuen sich welche, dass es bergab geht.
 Die Freude heben wir uns für später auf.
 Wir müssen erst mal hoch nach Mayen.

Der Bahnhof Mayen Ost sieht zwar nicht gerade einladend aus, aber da kommt ja auch noch anderes...

... wie z. B. ein griechisches Lokal in der Fußgängerzone.

Obwohl wir unsere Räder zwischen Turm und Bank
 eigentlich gut getarnt abgestellt hatten,
 wurden sie öfter belagert und bestaunt.

Da sind ja Zwiebeln dran.

Weg damit.

(Ich esse die ja sehr gern.)

Auf dem Marktplatz ist so viel Platz, ...

... dass sich die zahlreichen Cafébesucher gut verteilen.

Diese heftige Steigung auf dem Rückweg zum Ostbahnhof
ist leider unvermeidlich,
 denn der liegt nun mal nicht unten in der Stadt,
 sondern oben auf dem Berg.

Gerade erst hatte ich meine Frau gefragt,
 ob wir mal eine kurze Pause einlegen sollten,
 und die klare Antwort “nein” erhalten.
Gleich darauf fand sie die Idee doch ganz gut
 und hörte auf zu strampeln.

Da standen wir dann und konnten uns vor Lachen kaum halten, weil nun natürlich nichts mehr ging.

Nach der dann doch eingelegten Pause hatten wir aber
 genügend Kräfte gesammelt, um den Rest zu schaffen.

Hier geht's raus.
 Auch wenn's von ferne finster und geschlossen aus sieht,
 ist es nur eine kurze Unterführung.

Der Betrieb auf dem Radweg hat über Mittag noch zugenommen.

Und manchmal sind auch total bornierte Zeitgenossen auf ihren Inlinern unterwegs, die den Weg so lange blockieren, bis man zur Hupe greift.

Entdeckt jemand den Reiz der Landschaft?
Uns blieb er verborgen.

Gelegentlich muss man auch Pause machen.
Hier kann man endlich mal auf einer harten Holzbank sitzen,
damit der Hintern nicht zu sehr verwöhnt wird.

Kunst am Radweg.
Titel: “Reichtum”

“Alla fort dann.”
(Sagt der Rheinhesse.)

 

Fazit

Ich habe die Tour jetzt zum dritten Mal gemacht. Meine Frau hat sie zum ersten Mal gemacht und auf Anhieb kapiert, dass man die nicht wiederholen muss. Die Landschaft ist nicht so besonders reizvoll. Die Steigungen spürt man auf dem Trike-Tandem wesentlich deutlicher als auf einem Zweirad. Die fast durchgehende Asphaltpiste ist zwar angenehm zu fahren, aber diese bescheuerten Wegsperren müssten wirklich nicht sein. Die zahlreichen anderen Stellen ohne Sperren zeigen es ganz deutlich.

Und nun muss ich meine Empfehlung natürlich gründlich revidieren.

  • Wenn überhaupt, dann würde ich die Tour nicht an einem Sonn- oder Feiertag machen. Da ist ja viel zu viel Volk unterwegs, das sich bisweilen nur sehr mühsam dazu überreden lässt, mal den halben Weg frei zu geben. Und es ist schon etwas lästig, wenn man dazu erst anhalten und diskutieren muss.

  • Außerdem fahre ich diesen Weg frühestens wieder, wenn diese vorsätzlichen Behinderungen und Verkehrsgefährdungen beseitigt wurden.

  • Und natürlich wäre es auch nicht verkehrt wenn die Hügel noch etwas eingeebnet würden.

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Rhein-Radweg 5.Teil

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

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